Globalisierung, Finanzwirtschaft

Wie inzwischen so gut wie jeder weiß, wurden die massiven Probleme der Jahre um 2010 von der globalen Finanzwirtschaft verursacht - allen voran von den großen amerikanischen Investmentbanken, die ihre Probleme dann schlauerweise weltweit exportiert haben. Und auch das war eine logische Folge der grundsätzlichen Probleme mit unserem Geldsystem.

Wie bereits erläutert, öffnet sich die Schere zwischen Arm und Reich vollkommen automatisch. Den Reichen fließt immer mehr Geld zu, das sie - wie es so schön heißt - dann weiter für sich "arbeiten" lassen, um noch mehr Geld anzuhäufen.

Da in der Realwirtschaft bei hoher Konkurrenz keine übergroßen Renditen zu erzielen sind, findet dieses "arbeiten" lassen immer mehr in der Finanzwirtschaft statt, was letztlich nichts anderes heißt, als das mit dem Geld Monopoly gespielt wird. In Ermangelung von lukrativen Geldanlagemöglichkeiten wurden bekannternaßen in Amerika, aber z.B. genauso auch in Spanien massiv Immobilienkredite an Menschen vergeben, die sich diese überhaupt nicht leisten konnten. 

Solange das gut ging, wurden die Gewinne eingestrichen. Nachdem es schief ging, nahm man den Staat und damit den Normalbürger in Haftung und holte sich mögliche Verluste von diesen zurück. Und das funktionierte und funktioniert immer noch  wunderbar aufgrund der durch das Geldsystem geschaffenen Machtverhältnisse. Ist eine Bank "systemrelevant", kann ihr nicht viel passieren.

Wie das alles läuft, wird in diesem Zeichentrickfilm anschaulich erklärt.

Der Staat versucht zwar, nachdem das Kind nun massiv in den Brunnen gefallen ist, sich zu wehren, so gut er kann. Er kann aber kaum. Wie man deutlich sieht, ändert sich an den Finanzmärkten sehr wenig. Das Monopolyspiel geht ungebremst weiter. Alle Monopolyspieler der letzten Runde fuhren in den letzten Jahren bereits wieder höhere Gewinne ein als vor Beginn der Krise. Und die Lösungsansätze der Politik sind letztlich nichts als Papiertiger oder Beruhigungspillen für das Volk.

Inzwischen werden über 90% aller Umsätze in der Finanzwirtschaft getätigt, während die Realwirtschaft, für die das Geld ursprünglich mal erfunden wurde, gerade noch ca. 10% ausmacht.

Da es aber nur ein gemeinsames Geldsystem für Real- und Finanzwirtschaft gibt, ist von jeder Krise nicht nur die Finanzwirtschaft, sondern genauso auch die Realwirtschaft betroffen.

Immer mehr vor allem kleinere Firmen und Privatpersonen gehen als Folge der Monopolyspiele der Finanzwirtschaft in die Insolvenz oder müssen aufgeben. Der Mittelstand zahlt darüberhinaus den größten Teil der Steuern, wird also letztlich systematisch kaputt gemacht, obwohl er in Europa die tragende Säule des gesamten Wirtschaftssystems ist.

Und aufgrund der Globalisierung ist von all dem nicht nur ein einzelnes Land betroffen, sondern letztlich die ganze Welt. Dementsprechend kann man diesen Problemen auch nur mit globalen Konzepten begegnen.

Dass die Lösungsansätze unserer Politiker keine sind, kann aber jeder allein mit seinem Hausverstand erkennen. Wenn es z.B. Deutschland gegenüber Griechenland aktuell erheblich besser geht, weil Herr Ackermann und Herr Schröder es vor mehr als 10 Jahren Jahren zum Billiglohnland gemacht haben und Frau Merkel jetzt meint, dass die anderen EU-Staaten das ja nur nachmachen müßten, dann kann das doch logischerweise nur dazu führen, dass es Deutschland dadurch wieder schlechter gehen wird, weil es seine Wettbewerbsvorteile gegenüber den anderen EU-Ländern verliert. Am Ende geht es dann also allen gleich schlecht und in allen EU-Ländern werden Löhne und Renten gezahlt, von denen keiner leben kann. Die Arbeitslosigkeit, die Deutschland durch seinen hohen Exportüberschuss in andere Länder exportiert hat, kehrt dann logischerweise auch wieder zurück. Wollen wir das?

Das ist Politik! Oder vielleicht doch eher Comedy? 

http://www.youtube.com/watch?v=201TyP1T1LI